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Nur wer an die Zukunft glaubt, glaubt an die Gegenwart!

Die Neujahrsansprache des Ortsvorstehers Hubertus Menke


„Nur wer an die Zukunft glaubt, glaubt an die Gegenwart!“

Mit diesem brasilianischen Sprichwort begrüße ich Sie, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Brilon-Walder, ortsansässige Vereine und besonders unsere Neubürger ganz herzlich zu meinem ersten Neujahrsempfang als Ortsvorsteher von Brilon-Wald!

Ich freue mich, dass Sie meiner Einladung gefolgt sind und sich die Zeit für dieses Treffen zu Beginn des Jahres 2010 genommen haben.
Der Neujahrsempfang ist immer eine gute Gelegenheit zum Gedankenaustausch, aber bitte erst nachdem Sie mir einige Minuten Ihre Aufmerksamkeit geschenkt haben. Der Jahreswechsel gilt gemeinhin als ein Moment, in dem man persönlich Bilanz zieht und sich die Frage stellt, was in der Zukunft geschieht.
Was war?
Was kommt?
Was soll kommen, was wünschen wir uns?

Auch als Ortsvorsteher stelle ich mir diese Fragen für unseren Ort.
Es würde mir sehr viel daran liegen, wenn sich alle, die hier sind, einmal ein paar Minuten Zeit nehmen, über die folgenden Fragen einmal nachzudenken:
Warum muss der Verein zur Förderung der Kinder- und Jugendgemeinschaft eine Generalversammlung mit 8 Personen durchführen? Wohnen nicht mehr Eltern in Brilon-Wald, deren Kinder unter 18 Jahren sind?
Warum kämpft die Chorgemeinschaft ständig um aktive Sänger und langfristig mit finanziellen Problemen?
Warum hat der Heimatschutzverein Brilon-Wald schon seit Jahren Probleme damit, verantwortungsvolle Vorstandsmitglieder zu finden?
Warum steht ein Verein wie Brilon-Wald aktiv vor dem Aus? In anderen Dörfern werden diese Vereine gerade erst gegründet.
Warum kämpft eine Kirche ums nackte überleben? Wir haben bereits eine Kirche verloren, soll die nächste folgen?

Wie kann es sein, das man als Antwort auf die Frage: „Hilfst du mit“? Als Antwort bekommt: „Das habe ich früher immer gemacht, aber das mache ich nicht mehr. Niemand dankt es einem und alles ist selbstverständlich. Der einzige Dank ist das man kritisiert oder ausgelacht wird.“
Als Antwort bekommt man häufig dann: „Das liegt an den vielen Zugezogenen in Brilon-Wald, das ist eben so…! Wir sind schließlich kein gewachsenes Dorf!“
Aber, wenn ich in die Runde gucke, sehe ich gar nicht so viele Zugezogene……

Ihr wisst fast alle, wie es früher war! Ja, früher war alles anders!

Da hatten wir noch die Firma. Jeder ging gerne zum Schützenfest und freute sich schon Wochen vorher wie ein kleines Kind.
Oder Kinderschützenfest! War das nach Schützenfest nicht das Fest im Jahr? Egal ob man Kinder hatte oder nicht.
War Karneval früher nicht schön? Als sich die Frauen schon Wochen vorher mit dem ein oder anderem „Stimmungsmacher“ trafen und viel Spaß hatten?
War es nicht auch gut für die Gemeinschaft, als es noch kein Problem war als Brilon-Walder die städtischen Gebäude wie Turnhalle und Pausenhalle zu nutzen?
Hat man nicht früher Werte und Traditionen an die jungen Leute weiter gegeben und sie bei ihrer Arbeit unterstützt? Ist es nicht wichtig, altes zu bewahren und neue Wege zu gehen?

Natürlich, andere Dörfer haben auch diese Probleme, das stimmt schon. Aber hat es Brilon-Wald nicht am härtesten getroffen?
Ist nicht jeder einzelne von uns daran schuld, dass der IST-Zustand eingetreten ist? Jetzt wird fast jeder von Euch denken, „Also ich habe genug getan“. Das stimmt, jeder von Euch hat im letzten Jahr etwas für das Dorf getan und dafür möchte ich Euch auch danken. Aber es ist nicht genug! Wir müssen mehr gemeinsam tun!

Ist es so unmenschlich, seine Fehler zuzugeben und sich bei den entsprechenden Personen zu entschuldigen? Oder etwas an seiner Einstellung zu ändern und auch mal anderen Vereinen helfen, die einem eigentlich nicht so nah stehen?
Zu viele Häuser, Familien und Freunde haben aus all diesen Gründen bereits „Räder“ bekommen!
Ist nicht heute ein Tag, an dem wir endlich vorgefallene Dinge klären oder vergessen sollten? Es wird höchste Zeit für einen Neustart!
Wie lange wollen wir uns noch über Dinge wie den E-Plus-Turm, die Schließung der Degussa, die vielen leer stehenden Häuser und vieles mehr aufregen?
Wollen wir weiter unseren Kindern vorleben, wie schlecht man hier leben kann? Oder ist es an der Zeit, den Kindern die Möglichkeit zu bieten sich in die Gemeinschaft einzubringen?
Wir können natürlich weiter vermitteln, dass Veranstaltungen auf der Schützenhalle mehr störend als sinnvoll sind. Aber bringt es unsere Gemeinschaft weiter? Wer von uns hat etwas davon?
Wenn Euch allen unser Dorf so egal wäre, wäret ihr doch nicht hier!
Es ist höchste Zeit, dass wir miteinander leben und arbeiten, sonst ist es bald zu spät.

Liebe Brilon-Walder, ein spannendes Jahr liegt vor uns.
Ich wünsche Euch, Euren Familien, Euren Organisationen und Verbänden und allen Einwohnerinnen und Einwohnern, dass es ein gutes Jahr wird. Lasst uns gemeinsam für das Wohl von Brilon-Wald eintreten, versuchen wir gemeinsam, die anstehenden Aufgaben zu lösen.

„Was mag uns die Zukunft bringen?“
Diese Frage hat ein Dichter einmal so beantwortet: „Die Zukunft bringt das, was wir der Zukunft bringen.“

Ich denke, dies ist ein schönes Motto für das neue Jahr! Wir wissen, dass große Herausforderungen vor uns liegen, aber wir glauben auch an diesen Ort und seine Chance! Wir wissen, dass wir entschlossen und gemeinsam handeln müssen, dann können wir Leistungen erbringen, dann können wir die Gegenwart gestalten und etwas für die Zukunft tun.

Denn: „Nur wer an die Zukunft glaubt, glaubt an die Gegenwart“!

Auf ein gutes und kommunikatives Jahr 2010!

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